Ich erinnere mich
Ich erinnere mich an eine Fahrt im Mini Cooper durch die Straßen von Tacoma. Hinein in den Sommer-Sonnenuntergang. Du drehst Rachmaninows Piano Concerto No. 4 auf volle Lautstärke, Fenster runter. Alles vibrierend leicht … Und alle Leute draußen schauen uns groß an.
Ich erinnere mich an deine Relativitätstheorie: „Ein Haar auf dem Kopf ist relativ wenig. Ein Haar in der Suppe relativ viel.“
Ich erinnere mich an das vorbeigleitende Wasser. Mit meinen kleinen Händen halte ich mich an deiner Schulter fest während du schwimmst. Schwimmflügel hab ich keine, aber da ist das Vertrauen, dass du da bist. Ewig hinaus. Bis zum Floß und noch weiter.
Ich erinnere mich an wohl uralte Kaugummis aus dem Automaten.
Ich erinnere mich an die Treppenstufen zur Backstube und dem Duft nach frischem Gebäck.
Ich erinnere mich an eine Silvesternacht, in der jeder reihum den Lieblingsmoment des Jahres benennt. „Der Schönste war heute“, sagst du – und grinst uns an. Und wir können es heimlich kaum erwarten, dass die Gäste endlich gehen.
Ich erinnere mich an einem Februartag, als die Regentropfen zu Schneeflocken wurden und wir das Gefühl hatten, dass es kein Zufall war.
Ich erinnere mich daran, wie ich dir zum ersten Mal in die Augen geschaut hab – nicht wissend, wer du einmal für mich sein wirst.
Herzliche Grüße
Clara